Von Jamaika an den Inn

Mit Jerome Cross haben die HYPO TIROL AlpenVolleys für die Saison 2019/2020 einen jungen kanadischen Diagonalangreifer verpflichtet. Zuletzt spielte er beim Camosun College, mit dem er 2017/18 die PACWEST Conference gewann, ins All-Star-Team gewählt wurde und schließlich den vierten Platz bei den nationalen College-Meisterschaften erreichte. Nun schlägt er bei seiner ersten Profistation mit den AlpenVolleys in der Deutschen Volleyball Bundesliga auf.

AlpenVolleys: Von Kanada bis nach Europa zu den AlpenVolleys – hast du das Ganze schon realisiert?

Jerome: “Anfangs habe ich ein paar Tage gebraucht, bis ich Alles verstanden habe, was hier vor sich geht. Mittlerweile freue ich mich, in dieser starken Liga spielen zu können, die ich mir sonst online angeschaut hätte.”

AV: Wann hast du begonnen Volleyball zu spielen? Wieso gefällt dir der Sport?

J: “In der achten Klasse habe ich damit angefangen. Ich habe eine Zeit lang bei den Trainings von meinem Cousin zugesehen und die Bälle aufgesammelt. Sie haben mich immer willkommen geheißen und mir gezeigt, dass ich dazugehöre. Ich liebe es, mit einer Gruppe an einem gemeinsamen Ziel zu arbeiten. Zusammen mit der Technik, der Finesse und der Kraft des Spiels macht das den Volleyballsport für mich einzigartig. Außerdem bin ich kein großer Fan vom Rennen, also war für mich Basketball nie eine Option.”

AV: Du bist unser zweiter Diagonalangreifer hinter Paulo. Hilft dir seine Erfahrung bei deiner eigenen Entwicklung?

J: “Bisher war es unglaublich, ihm zuzusehen und dabei zu lernen! Er hat so viel Erfahrung weiterzugeben. Auch wenn wir einen unterschiedlichen Spielstil haben, hat er mir schon sehr geholfen, mein Spiel zu verbessern.”

AV: Wie würdest du deinen Spielstil mit einem Filmtitel beschreiben?

J: “Tropic Thunder! Ich bin ruhig, lässig und gefasst. Wenn ich in Fahrt komme, bin ich ziemlich locker auf dem Feld. Dennoch kann ich explosiv springen und den Ball mit Autorität und Kraft ins gegnerische Feld schlagen!”

AV: Wie ist es für dich, einer der Jüngsten im Team zu sein?

J: “Es macht Spaß! Es fühlt sich wieder so an, der kleine Bruder zu sein, der mit den ganzen großen Jungs rumhängen darf und all die kleinen Aufgaben erledigen muss. Ich weiß, dass mich jeder hier gleich wie alle Anderen respektiert und das freut mich. Wir können uns untereinander so viel an Wissen und Erfahrung weitergeben, was wichtig ist, um mehr über den Sport, das Leben und auch die Kultur hier in der Stadt zu lernen.”

AV: Beim HYPO TIROL Beachvolleyturnier im StuBay hast du mit einem österreichischen Rodelolympiasieger zusammengespielt. Kennst du den Film “Cool Runnings”?

J: “Natürlich! Das ist ein absoluter Klassiker. In Jamaika ist Volleyball überhaupt nicht so bekannt und das war auch mit dem Bobsport so zu der Zeit. Jetzt wächst das aber und immer mehr Menschen probieren sich daran. Mich würde es sehr freuen, wenn auch Volleyball diese Entwicklung erfahren und wachsen würde!”